DSGVO-Bussgeldrechner

Schaetzt DSGVO-Bussgelder anhand Umsatz, Schweregrad und Faktoren.

Autor: Max Becker, Dipl.-Finanzwirt Review: Dr. Anna Mueller, Steuerberaterin Zuletzt aktualisiert: 2026-01-06

DSGVO-Bussgeldrechner

Bussgeld nach DSGVO-Leitlinien: Basissatz, Multiplikatoren und gesetzliche Kappung.

Lineare Skalierung bis +50 % bei 1 Mio. Betroffenen.
Kooperation, schnelle Abhilfe, freiwillige Meldung.
Wiederholung, lange Dauer, fehlende Zusammenarbeit.

Wissensblock

Der DSGVO-Bussgeldrechner orientiert sich an den europaeischen Leitlinien fuer die Berechnung von Geldbussen. Kern des Modells ist der Bruttoweltumsatz des Vorjahres: Aus ihm leitet sich ein Schweregrad-Basissatz ab. Fuer "gering" kalkulieren wir 0,02 %, "mittel" 0,1 %, "hoch" 0,5 % und "sehr hoch" 2 % des Jahresumsatzes. Anschliessend greifen Multiplikatoren fuer Vorsatz, Zahl der Betroffenen, besondere Kategorien (Art. 9 DSGVO) sowie mildernde oder erschwerende Umstaende.

So nutzt du den Rechner: Trage den Jahresumsatz und den Schweregrad der Verletzung ein. Waehle, ob besondere Kategorien personenbezogener Daten betroffen sind, und ob der Verstoss fahrlaessig oder vorsaetzlich war. Gib die betroffene Personenzahl an, damit wir einen transparenten Aufschlag von bis zu 50 % berechnen. Mit den Feldern "Milderung" (z. B. proaktive Meldung, schnelle Abhilfe) und "Erschwerung" (z. B. Wiederholungsfall, fehlende Zusammenarbeit) legst du Faktoren zwischen 0,5 und 2,0 fest.

Praxisbeispiel (voreingestellt): 12 Mio. EUR Jahresumsatz, Schweregrad "mittel" -> Basissatz 0,1 % = 12.000 EUR. Betroffen sind 25.000 Personen (+1,25 % durch den Betroffenenfaktor), sensible Daten (x1,2), Fahrlaessigkeit (x1,0), Milderung 0,9, Erschwerung 1,1. Daraus ergibt sich ein Rohbetrag von rund 14.850 EUR. Die gesetzliche Kappung (4 % vom Umsatz = 480.000 EUR, 20 Mio. absolut) liegt deutlich hoeher, sodass der finale Vorschlag 14.850 EUR betraegt. Alle Zwischenschritte werden im Ergebnisblock ausgewiesen.

Wichtig: Die Berechnung ist ein transparentes Orientierungstool. Aufsichtsbehoerden beruecksichtigen weitere Aspekte wie Dauer des Verstosses, Art des Verantwortlichen, Bereitschaft zur Abhilfe oder fruehere Massnahmen. Wir begrenzen das Ergebnis automatisch auf die gesetzlichen Hoechstwerte (Art. 83 Abs. 4-6 DSGVO: bis zu 20 Mio. EUR bzw. 4 % des weltweiten Jahresumsatzes). Nutze die Faktoren, um Szenarien durchzuspielen und intern Budget oder Rueckstellungen zu planen. Alle Berechnungen laufen lokal im Browser, es werden keine Eingaben gespeichert oder versendet.

FAQ

Welche Obergrenze wird angewendet?

Automatisch die niedrigere Grenze aus 4 % des weltweiten Vorjahresumsatzes und 20 Mio. EUR. Der finale Wert wird darauf gekappt.

Wie funktioniert der Betroffenenfaktor?

Linearer Aufschlag bis +50 % bei 1 Mio. Personen. Bei 25.000 Personen sind es +1,25 %. Damit wird der Umfang des Vorfalls transparent abgebildet.

Was bedeuten Milderung und Erschwerung?

Milderung (0,5-1,5) bildet z. B. Kooperation, schnelle Abhilfe oder freiwillige Meldung ab. Erschwerung (0,5-3,0) steht fuer Wiederholungstaeter, fehlende Zusammenarbeit oder lange Dauer.

Gilt das Modell fuer alle Unternehmen?

Es ist ein praxisnahes Orientierungsmodell fuer Verantwortliche und Auftragsverarbeiter. Fuer Luecken oder branchenspezifische Besonderheiten solltest du behoerdliche Leitfaeden oder Rechtsberatung heranziehen.

Max Becker
Verantwortlich fuer diesen RechnerMax BeckerDipl.-Finanzwirt · Finanzverwaltung NRW
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